Weltreise planen – Woche 8: Organisation vor der Abreise

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WOCHE 8: Organisation vor der Abreise – Teil III: Abmeldung bei den Behörden

„Wenn es einen Nobelpreis für Bürokratie gäbe, würde er oft nach Deutschland gehen.“ 

Richard R. Ernst

Auf los, geht’s los! Aber nicht zu schnell! Woran müssen wir vorher alles denken? Was brauchen wir auf unserer Reise? Letzte Woche ging es um Versicherungen, Verträge und Dokumente sowie um unsere Ausrüstung und Packliste. In dieser Woche beschäftigen wir uns mit dem letzten (trockenen) Thema zur Organisation vor der Abreise – Teil III: der Abmeldung bei den Behörden. 

Abmeldung bei den Behörden

Müssen wir uns aus Deutschland abmelden? Ja, das Bundesmeldegesetz (BMG) besagt im §17 (2) folgendes: “Wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug bei der Meldebehörde abzumelden.” Bis zur Einführung des neuen Meldegesetz von 2015 war es möglich, sich für die Zeit der Weltreise einfach bei Freunden oder der Familie zu melden. Dies ist jetzt allerdings nicht mehr so einfach. Die Familienmitglieder oder Freunde, bei denen wir uns während unserer Reise melden könnten, müssen für unsere Ummeldung zusätzlich eine Bescheinigung ausfüllen, dass wir auch tatsächlich an der neuen Meldeadresse wohnen. Hier gibt es ein Muster dieser Wohnungsgeberbestätigung.  

Sich nicht in Deutschland abzumelden und bei der Familie oder Freunden eine feste Meldeadresse anzugeben, hat noch weitere Vorteile: So müssen wir beispielsweise das Kleingewerbe nicht abmelden. Außerdem benötigt man z.B. für den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, für die Eröffnung eines Kontos, die Beantragung einer Kreditkarte oder des internationalen Führerscheins eine Meldeadresse. 

Was ist mit der Krankenversicherung? Seit der Gesundheitsreform vom 01.04.2007 besteht grundsätzlich eine Versicherungspflicht für jede*n, die/der ihren/seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat (nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V). Dann müssten wir jedoch für eine teure Krankenversicherung zahlen, ohne ihre Leistungen überhaupt in Anspruch nehmen zu können, da sie im nicht-europäischen Ausland nicht gültig ist. Doch wenn wir als Pflichtversicherte eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, können wir uns zum Tag des Reisebeginns von unserer gesetzlichen Krankenkasse abmelden (“Vorliegen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall”). Diese ist auch verpflichtet, uns nach Ende der Reise wieder aufzunehmen (da wir nicht in eine private Krankenversicherung gewechselt sind, also keinen Systemwechsel vorgenommen haben). 

Was ist mit der Rentenversicherung? Damit wir keine Lücke in der Rentenversicherung während des Reisens haben, könnten wir jeden Monat selbst einen freiwilligen Beitrag in die Rentenkasse einzahlen, wobei der Mindestbeitrag bei 83,70 € liegt. Das wären für uns beide pro Jahr etwas über 2000 €. Daraus ergibt sich zur Zeit allerdings gerade mal eine monatliche Rentensteigerung von rund 4,59 €. Das müssen wir uns wirklich gut überlegen, denn es ist ohnehin schwer zu sagen, was mit der Rente passiert, was wir später wirklich bekommen werden oder ob es bis dahin überhaupt noch Rente gibt. Wir könnten das Geld auch selber beiseite legen. 

Müssen wir uns arbeitslos melden? Nein, niemand ist gezwungen, sich arbeitslos zu melden. In Deutschland besteht keine Meldepflicht (außer beim Einwohnermeldeamt). Wenn wir unseren Anspruch geltend machen wollen, dann sollten wir uns auch arbeitslos melden. Hat man allerdings selbst gekündigt, wird man 12 Wochen lang bei der Agentur für Arbeit für das Arbeitslosengeld gesperrt. Durch die Sperrzeit wird auch die Dauer des möglichen Bezuges von Arbeitslosengeld verringert. Während der Reise erhalten wir also kein Arbeitslosengeld, nach der Rückkehr können wir jedoch innerhalb von 4 Jahren unseren Anspruch geltend machen. Nach der Rückkehr müssen wir uns also nur dann wieder bei der Agentur für Arbeit melden, wenn wir unseren Anspruch auf Arbeitslosengeld auch geltend machen wollen.

Ausführliche Infos zum Arbeitslos melden und zu den Sperrfristen haben bereits Ania und Daniel von “Geh mal reisen” in ihrem Blog sehr gut zusammengefasst. 

Und wohin mit unserer Post? Wir wollen gern weiterhin in Deutschland angestellt bleiben (vielleicht mit der Möglichkeit von “MotorHome-Office„) oder uns gar selbstständig machen. Hierfür benötigen wir ebenfalls eine deutsche Melde- und Postanschrift. Aber was machen wir mit unserer Post? Eigentlich sollte es nur noch wenig Post geben, aber auch hierfür gibt es Unternehmen, welche die Post öffnet und einscannt. Das kostet ca. 25 € pro Monat für bis zu 20 Sendungen. Wir denken aber, dieses Geld können wir uns sparen und auf die Familie zurückgreifen. 

Habt ihr noch Tipps für uns bezüglich der Abmeldung bei den deutschen Behörden? Was haben wir noch vergessen? Schreibt es uns gern in die Kommentare. Wir freuen uns auf eure Antworten.

6 Kommentare zu „Weltreise planen – Woche 8: Organisation vor der Abreise

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  1. Liebe Kristin, ich verstehe ja den Sinn hinter manchen Regelungen und denke gleichzeitig an das Buch „Vom Mann aus Indien, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden“ von Per Andersson, weil Mitte der 70ier Jahre Menschen einfach losgefahren sind (jedenfalls von West nach Ost). Danke für Deine Information! Bettina

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    1. Hallo Bettina,
      wir denken, man kann auch heute einfach noch losfahren und eben unterwegs eine Lösung finden oder mit den Konsequenzen leben. Aber du hast schon Recht, das Leben wird immer komplexer, da sind wir gern drauf vorbereitet. Aber an alles werden wir auch nicht denken können. Ist er dann nicht von Ost nach West oder doch eher von Süd nach Nord? Wir werden die Spur aufnehmen und Licht ins Dunkel bringen. 😅 Danke und viele Grüße, Steven und Kristin

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  2. Ist schon gar nicht so einfach mit den ganzen Gesetzen auf der Welt dabei finde ich sollte jeder Mensch auf der Welt das Recht auf eine hervorragende Krankenversorgung im E-Fall haben! Und dieser ganze Bürokratiekram ist ja zum davon Laufen 😦 ! Was machen die Chaoten wenn ich beschließe mich in irgendeinen Dschungel abzusetzen und niemals wieder komme ?? das ist wahrscheinlich der Alptraum eines jeden deutschen Beamten.
    Vielleicht solltet ihr die Nummer mit dem Auto rund um die Welt verwerfen und stattdessen lernen wie man einen Heißluftballon fährt, Ich meine irgendwo gab einen schmalen streifen „Luft“ auf den weltweit noch keiner Anspruch erhoben hat und den man ohne tausend Anträge zu stellen benutzen kann … Um es mit den Worten von Obelix zu sagen „die spinnen diese Römer“! Recht hatte er da hilft kein Zaubertrank bei den Kaputten.

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    1. Hallo Ralph,
      das kannst du laut sagen, wenigstens ist einer der Kaputten nun auf seiner Golfranch hinter einem Zaun. Aber mit Zaubertrank und heißer Luft hat es schon mancher versucht. Bier geht immer, nur dann wohl nicht im Ballon. Wobei alle guten Geschichten mit „Halt mal mein Bier!“ anfangen! 😎🍺 Sei gegrüßt, Steven

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  3. Liebe Kristin, genau aus den vielen behördlichen Hürden behielt ich meine Wohnung. Ich wollte ja auch hinterher wieder dort wohnen. Meine Tochter öffnete die wenige Post. Bei eurem letzten Blog wird mir erst jetzt klar, was ich mir dadurch an Kopfzerbrechen erspart hatte. Aber das hatte natürlich auch seinen €-Preis!
    Nur eine kleine Frage am Rande: Wer macht diese tollen Comis von euch?
    Liebe Grüße, Maren

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    1. Liebe Maren,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Dazu bezahlen wir leider zu viel Miete 🤑 und wollen uns im Anschluss der Reise auch verändern. Bei den Comics behelfen wir uns mit der App „Bitmoji“. Dort kannst du deinen eigenen Avatar erstellen. Liebe Grüße von S. & K. A. 😉

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